"Wo ist Gott? Er ist nicht im Unsichtbaren allein. Er ist nicht im Sichtbaren allein. Er ist uns am nächsten, wo Sichtbares und Unsichtbares ineinander übergehen, dort, wo die Dinge durchscheinend sind, wo Formen entstehen und vergehen, wo ein Wort laut wird und wieder Schweigen einzieht, an der Grenze, an der wir dem Geheimnis begegnen, uns selbst und Gott." Eigene
religiöse Erfahrungen und Erkenntnisse großer Mystikerinnen und
Mystiker bilden die beiden großen Pole, um die Jörg Zinks Lebenswerk
kreist. Spirituelle Kernaussagen aus seinem breiten Oeuvre enthält
der Band "Atem
der Freiheit", den der Kreuz Verlag anläßlich des 80.
Geburtstages des bekannten Theologen veröffentlichte. Die Texte wählte
die Theologin Hildegunde Wöller aus, die eine hervorragende Kennerin
Zinks ist. Der Band verdeutlicht, daß mystische Texte aus allen Religionen
und Kulturen schon immer die Antriebsfeder von Zinks Denken und Tun gewesen
sind.Es ist zum einen die Stille, die Mystik und die spirituelle Konzentration, die Zink durch Übung in der Beobachtung von kleinen und großen Schönheiten gewann. Untrennbar damit verbunden ist jedoch seine andere, die dem Menschen auf Erden zugewandte Blickrichtung, die der Politik, der Welt- und Schöpfungsverantwortung gilt. "Es brauchte Jahre, bis mir aufging, dass ebenso wichtig wie nach den Sternen zu schauen, sei, auf die Gassen zu achten und auf das unendliche Leid, das in ihnen erlitten wird." So kommt Jörg Zinks Autobiographie zu ihrem Titel: "Sieh nach den Sternen, gib acht auf die Gassen" - erstmals 1992 anläßlich seines 70. Geburtstages erschienen, dann zum 80. Geburtstag neu aufgelegt und erweitert. Das Buch liest sich spannend und ist eine hervorragende Stoffsammlung, um sich mit einem herausragenden Theologen unserer Zeit auseinanderzusetzen. Zink
hält Rückschau auf ein ungewöhnliches Leben, auf frühe,
schmerzliche Verluste, Kriegszeit und Nachkriegsjahre, auf seine Zeit als
Theologe bei Funk und Fernsehen und seine Arbeit als freier Journalist und
Schriftsteller. Er erzählt selbstbewußt, mit weiten meditativen
Passagen und sehr anschaulich. Den Schwerpunkt legt er nicht auf sein "äußeres"
Leben, sondern auf seinen inneren Werdegang, der ihn zu einem überzeugten
Theologen und "Finder der Wahrheit" machte. Wie ein roter Faden
durchziehen die Suche nach Ganzheit und Authentizität die Erinnerungen.
Dieses Lebensthema spricht sich in den Gedanken über Mystik aus, in
den Fragen nach Gott, in der Beschäftigung mit Jesus. Zink bindet Innerlichkeit
und Engagement untrennbar zusammen. Lesen Sie mehr: eine kleine Biographie von Jörg Zink eine Übersicht von Werken Jörg Zinks (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) |