Immer mehr Menschen erscheinen die Grundlagen des christlichen Glaubens fragwürdig. Kann man als aufgeklärter Mensch noch an so etwas wie den Sohn Gottes oder seine Auferstehung glauben? Wie ist die christliche Rede von Erlösung zu verstehen? An wen wendet man sich mit seinen Fragen?
Die folgende Buchauswahl versteht sich als erste Antwort. Die angeführten Titel erschienen uns unter den Gesichtspunkten sprachlicher Zugänglichkeit und inhaltlicher Verständlichkeit empfehlenswert.

Wolfgang Beinert:
Das Christentum.
Atem der Freiheit

2000, 320 Seiten,
Verlag Herder,
DM 38,00


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"Das Christentum" - Nein, es handelt sich bei diesem Titel nicht etwa um ein vielbändiges Handbuch oder Lexikon. Auf 320 Seiten versucht - oder sollte man eher sagen 'wagt es' - Wolfgang Beinert, ein historisch so weitreichendes und inhaltlich so komplexes Phänomen wie das Christentum zu beschreiben. Ein derart groß dimensionierter thematischer Ansatz legt gewöhnlich nahe, der Autor habe sich, meist auf Kosten gehaltlichen Tiefgangs, etwas übernommen.
Beinert überrascht den skeptischen Leser positiv. Dem emeritierten Professor für Dogmatik und Dogmengschichte gelingt es tatsächlich, all jenen, "deren Neugier stärker ist als mögliche Vorurteile, die sich ein Bild darüber machen wollen, was das Wesentliche des Christentums ist", eben genau das zu vermitteln. Die Lektüre verhilft zu einer weitflächigen und dennoch präzisen Orientierung über die entscheidenden Aspekte dieser Weltreligion. Angenehm und hilfreich sind dabei zum einen die klare Sprache des Regensburger Emeritus, zum anderen die 49über das gesamte Buch verteilte Informationstafeln.


Wilfried Pioch:
Nach Gott fragen.
Eine Orientierung
157 Seiten, kartoniert
Patmos, € 12,90

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Wilfried Pioch geht es in diesem Buch darum, den christlichen Glauben auch kritisch fragenden Menschen verständlich zu machen. Dabei geht er von der Überzeugung aus, dass Gott auch im Zeitalter der Wissenschaft keineswegs überflüssig geworden ist und die Theologie auf die Fragen, die viele Menschen bedrängen, hilfreiche Antworten bereithält.
Er stellt allgemeinverständlich dar, was Theologen heute zu den zentralen christlichen Themen und zum Schicksal Jesu von Nazareth denken. Er weicht dabei den schwierigen Fragen nicht aus, wie Gott so viel Leid zulassen kann und was uns nach dem Tod erwartet. Abschließend wird entfaltet, welch entscheidende Bedeutung der Glaube für die Gestaltung unseres Zusammenlebens, für Moral und Politik sowie unser Selbstverständnis hat.
Dieses Buch ist eine Orientierung für jeden, der sich Informieren will, wie christlicher Glaube im Zeitalter wissenschaftlichen Denkens erklärt wird. Es ist zugleich eine Einladung, eigene Schritte auf dem Weg des Glaubens zu wagen.
 
Medard Kehl:
Hinführung zum christlichen Glauben


1995, 168 Seiten,
Matthias-Grünewald-Verlag,
€ 8,90

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Medard Kehl eröffnet seine Hinführung mit der Frage, was Glauben eigentlich heißt. Bevor er auf konkrete Inhalte eingeht macht er zunächst deutlich, daß der christliche Lebensvollzug nicht etwa mit einem unbegründeten Für-wahr-Halten zu verwechseln ist:
"Dieses weitverbreitete Alltagsverständnis hat den christlichen Glauben bei vielen Menschen unserer Zeit in Mißkredit gebracht; sie stoßen sich an der 'Unbeweisbarkeit' und halten deswegen den Glauben für eine Sache, die mit vernünftigem Erkennen und Handeln nichts zu tun hat."
Ähnlich grundlegend beginnt Kehl wenn er zum Gegenüber des Glaubens kommt und dort mit einer Reflexion auf die Bedeutung des Wortes 'Gott' einleitet.
Sowohl diese Herangehensweise, die kein religiöses Vorverständnis voraussetzt, als auch die allgemeinverständliche Sprache machen es dem Leser leicht. Man merkt, daß der Autor nicht nur Hochschullehrer sondern auch Jugendseelsorger ist.