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Diese interdisziplinäre Arbeit setzt beim Stellenwert ästhetischer Fragestellungen für das theologische Denken ein und untersucht von daher die Chancen und Grenzen des Lied-Tanzes als Medium der Religionspädagogik in Schule und Gemeinde. Nach einem Blick auf die ambivalente Wertung des Tanzes in Bibel und Kirchengeschichte und prinzipiellen Anmerkungen zu einer Theologie der Leiblichkeit liegt der Schwerpunkt in der Erarbeitung von Beiträgen zu einer systematischen Theologie des Tanzes, welche das Mögliche und Gebotene nicht auf das Gewesene beschränken will. Einen weiteren Akzent setzen ausführlich kommentierte Beispiele liedgebundener Tänze, welche diese insbesondere als ideales Medium ganzheitlichen Erzählens ausweisen und damit als unverzichtbare Elemente gegenwärtig diskutierter didaktischer Konzepte und Tendenzen (Symboldidaktik, Kirchenpädagogik, Gestaltpädagogik...). Dissertation des Autors, kein Praxisbuch.
Inhaltsverzeichnis
1. Vorbemerkungen 1.1 Erkenntnisinteresse und Gliederung 1.2 Definition des Gegenstandes und zentraler Begriffe 1.3 Bestandsaufnahme
2. Grundlegende Verhältnisbestimmungen 2.1 Theologie und Ästhetik 2.1.1 Problemanzeige: Funktionalisierung autonomer Kunst? 2.1.2 Definitionsfragen 2.1.3 Zweckfreiheit 2.1.3.1 Funktionen der Kunst als Triebkraft oder Vergewaltigung? 2.1.3.2 Unmöglichkeit mitteilungsfreier Kunst 2.1.3.3 Zusammenfassung und weiterführende Definitionen 2.1.4 Wertfreiheit 2.1.5 Theologische Ästhetik 2.1.5.1 Wahrheit der Vorstellung (Verum) 2.1.5.2 Art der Vorstellung (Pulchrum) 2.1.5.3 Praxis der Vorstellung (Bonum) 2.1.6 Fragwürdige Funktionen der Kunst 2.1.6.1 Magische Überhöhung 2.1.6.2 Ethisierung 2.1.6.3 Funktionswiderstreit 2.1.7 Entsprechung - Widmung - Taufe 2.2 Hermeneutik und Semiotik 2.3 Authentizität und Ritualisierung
3. Aspekte und Konzepte aktueller Religionspädagogik 3.1 Neuere Gleichnisforschung 3.2 Gestaltpädagogik 3.3 Kreative Bibeldidaktik 3.4 Symboldidaktik 3.5 Kirchenpädagogik
4. Geschichtliches 4.1 Von der Überhöhung zum Verfall der Tanzkultur 4.1.1 Ägypten 4.1.2 Griechische Klassik 4.1.3 Dionysische Kultur und frühkirchliche Reaktionen 4.2 Tanz im alttestamentlichen Kontext 4.2.1 Der nicht fixierbare Gott als Tanzkorrektiv 4.2.2 Tanz als unbehaustes Unterwegs-Sein 4.2.3 Das Erheben der Niedrigen als Grund und Begrenzung des Tanzens 4.2.4 Tanz als Antwort statt Erwirkung 4.2.5 Tanz als Teil des Festes: Begehung der Gegenwirklichkeit 4.2.6 Tanz als möglicher Verführer 4.3 Religiöse Motive in traditionellen Volks- und Kindertänzen
5. Leiblichkeit 5.1 Ganzheit und Leiblichkeit im Alten Testament 5.2 Zur Sichtweise der Struktur des Menschen von der griechischen Antike bis auf Luther 5.3 Weitere neutestamentliche Anmerkungen zur Leiblichkeit 5.4 Funktionalisierung leiblicher Reize in biblischen Texten 5.5 Offensiver Umgang mit der Lust 5.6 Digitalisierung als neue Körperlosigkeit
6. Zu einer Theologie des Tanzes: Wesen, Chancen, Grenzen 6.1 Ambivalente Prädikate: Wege und Irrwege der Tanzapologetik 6.1.1 Tanz und Heil 6.1.1.1 Die Wosien-Schule 6.1.1.2 Musik- bzw. Tanztherapie 6.1.1.3 Ganzheitlichkeit: das postmoderne Heil 6.1.1.4 Heil und Heilung in der biblischen Theologie 6.1.2 Ursprünglichkeitskult 6.2 Gesetz und Evangelium - Verhüllung und Offenbarung 6.2.1 Tanzverbote im Kontext weiterer theologischer Ambivalenzen 6.2.1.1 Bilderverbot 6.2.1.2 Festkritik 6.2.1.3 Unreine Speise und unwürdiges Abendmahl 6.2.1.4 Sprachenvielfalt 6.2.1.5 Glossolalie 6.2.1.6 Reichtum 6.2.1.7 Armut und Fasten 6.2.1.8 Segensverständnis 6.2.1.9 Zusammenfassung 6.2.2 Rechtfertigung: Befreiung von Erlebnisdruck und Selbstverwirklichungszwang 6.3 Vom theologischen Wesen des Tanzes - vom Tänzerischen der Theologie 6.3.1 Theologumena als Bewegungsvokabeln 6.3.2 Flüchtigkeit - Verletzlichkeit - Leidenschaft 6.3.3 Stiftung und Abhängigkeit von Gemeinschaft 6.3.4 Hingabe bzw. Opfer 6.3.5 Sichtbarwerdung des Unsichtbaren 6.3.6 Sabbat der Bewegung 6.3.7 Aufhebung des Gesetzes 6.3.8 Kunst des Hörens 6.3.9 Brückenschlag vom Wort zur Tat 6.3.10 Erinnernde Wiederholung 6.3.11 Zustimmungslehre 6.3.12 Verlangsamung und zielträchtiger Umweg 6.3.13 Metamorphose 6.3.14 Analogie der Analogielosigkeit
7. Elemente und ihre Interpretation 7.1 Schrittcharaktere: engbewegt - weitbewegt 7.2 Haltung und Schwerpunkt: hoch und tief, innen und außen 7.3 Die Sozialformen des Tanzens und ihre Bezüge zum jeweiligen Menschen- und Gottesbild 7.4 Wesentliche Raumwege und Formen: Kreis und Prozession 7.5 Richtung und Ausrichtung 7.6 Die Sprache der Hände 7.7 Zum Verhältnis von Tanz und Wort 7.8 Zahlensymbolik.
8. Konkretionen in modellhaften Beispielen 8.1 Wie aus Jakob Israel wird: Taktwechsel als Verwandlung 8.2 Durchs Todeswasser in die Freiheit 8.3 Vom Mirjamlied zum Tanz ums goldene Kalb 8.4 Mit Mose am Gottesberg 8.5 Angeprangert in der Mitte: Der Sündenbock 8.6 Ein Fruchtbarkeitstanz zum Lobe Jahwes? 8.7 Sonnentanz oder Deboras Tanz? 8.8 Psalm 23 als Landkarte für Kirche und Lebenslauf 8.9 Selbstausschluss vom Fest 8.10 Umkehr in der Spirale: Passion und Auferstehung 8.11 Das Eingeständnis der Schwäche begehen
9. Schlussbemerkung
10. Quellen- und Literaturverzeichnis |